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Wenn der Freiheitsplatz zur Bühne wird: „DIASPORA“ begeistert Hanauer Schulen

23. Sept.
2 Min. Lesezeit

Hanau. Mitten in der Hanauer Innenstadt wurde der Freiheitsplatz am 11. September 2026 zur eindrucksvollen Theaterbühne. Auf Einladung der Ludwig-Geißler-Schule präsentierte die internationale Theatergruppe antagon die Freiluftperformance „DIASPORA“. Schülerinnen und Schüler zahlreicher Hanauer Schulen sowie viele Passantinnen und Passanten erlebten eine außergewöhnliche Inszenierung über Krieg, Flucht, Vertreibung und gesellschaftliche Ausgrenzung.

 

Der Ludwig-Geißler-Schule war es gelungen, das Ensemble gleich für zwei besondere Formate nach Hanau zu holen. Neben der öffentlichen Aufführung auf dem Freiheitsplatz gestaltete antagon einen schulinternen Theaterworkshop für die Studierenden des Hessischen Sonderlehrgangs. Zur anschließenden Freiluftperformance hatte die Schule alle Hanauer Schulen eingeladen.

 

Die Sitzplätze auf dem Freiheitsplatz waren vollständig belegt mit über 300 Schülerinnen und Schülern. Auch viele Passantinnen und Passanten blieben spontan stehen und verfolgten das Geschehen. So entstand mitten in der Stadt Hanau ein vielfältiges Publikum, das sich gemeinsam auf eine besondere Form des Theaters einließ.


Freiluftvorstellung "Diaspora"
Freiluftvorstellung "Diaspora"

 

Die Performance „DIASPORA“ verbindet körperbetontes Theater, Tanz, Videoprojektionen, Stelzenakrobatik, Feuer und Live Musik. Bewegung, Klang und eindrucksvolle Bilder verschmolzen zu einer kraftvollen Inszenierung. Der öffentliche Raum wurde dabei bewusst zur Bühne. Das Theater kam unmittelbar zu den Menschen und eröffnete einen niedrigschwelligen Zugang zu gesellschaftlich wichtigen Themen.

 

Inhaltlich orientiert sich die Performance an der griechischen Tragödie „Die Troerinnen“ von Euripides. Die Schicksale der trojanischen Frauen Hekuba, Andromache und Kassandra werden in die Gegenwart übertragen. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen von Menschen, die Krieg, Flucht, Vertreibung, Migration, Diskriminierung und Unterdrückung erleben. Zugleich stellt die Inszenierung Fragen nach Geschlechterrollen, gesellschaftlichen Machtverhältnissen und einem respektvollen Zusammenleben. Sie eröffnet unterschiedliche Perspektiven und regt dazu an, sich mit den Folgen von Krieg sowie mit den Erfahrungen geflüchteter und ausgegrenzter Menschen auseinanderzusetzen.

 

Mit „DIASPORA“ zeigte antagon eindrucksvoll, wie Kunst und Theater gesellschaftliche Themen sichtbar machen, Begegnungen ermöglichen und demokratische Bildungsprozesse anstoßen können. Die große Resonanz auf dem Freiheitsplatz machte deutlich, welche Kraft kulturelle Angebote im öffentlichen Raum entfalten können.

 

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Die Umsetzung erfolgte in Kooperation mit dem Haus für Demokratie und Vielfalt, der Stadt Hanau sowie dem AWO Stadtverband Hanau e.V., der als Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie Hanau trägt.

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