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Hessischer Sonderlehrgang startet mit Abitur auf neue Wege – Märchenhafter Abschied aus dem Königreich

  • vor 8 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

 Es war eine außergewöhnliche Abiturfeier des Hessischen Sonderlehrgangs in der pompös geschmückten Aula der Ludwig-Geißler-Schule, die von Anfang bis Ende einer besonderen Erzählung folgte. Wie in einem Märchen führte sie die Gäste durch die vergangenen zwei Jahre des Jahrgangs – von den ersten Schritten in einem unbekannten Königreich bis hin zum Erreichen des lang ersehnten Schatzes auf dem Gipfel des Berges, dem Abitur.

 

Absolventen und Absolventinnen des Sonderlehrgangs
Absolventen und Absolventinnen des Sonderlehrgangs

Durch den Abend zog sich das Bild einer gemeinsamen Reise. Die Absolventinnen und Absolventen wurden als Heldinnen und Helden ihrer eigenen Geschichte gefeiert – junge Erwachsene, die Herausforderungen gemeistert, Umwege in Kauf genommen und schließlich ihr Ziel erreicht haben. Ein Jahrgang, der nicht nur durch schulische Leistungen, sondern vor allem durch Gemeinschaft, Neugier, Unterstützung und Musikalität geprägt war.

 

Die verschiedenen Redebeiträge zeichneten das Bild einer gemeinsamen Reise. Schulleiter Martin Lindenau würdigte die Leistungen der Absolventinnen und Absolventen und erinnerte daran, dass hinter jedem Zeugnis Ausdauer, Engagement und persönliches Wachstum stehen. Andreas Hofmeister, MdL, Beauftragter der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, hob die besondere Stärke einer Lerngruppe hervor, die trotz unterschiedlicher Lebenswege zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen ist und überreichte den Absolventinnen und Absolventen ein Buchgeschenk. Für Bildungsberaterin Nina Thamm vom Garantiefonds-Hochschule zeigte die Arbeit mit dem Jahrgang, wie wichtig persönliche Gespräche sind, um Perspektiven für den weiteren Bildungsweg zu entwickeln. Mit persönlichen Erinnerungen und Bildern ließ Tutorin Susanne Kämmerer die vergangenen zwei Jahre noch einmal lebendig werden und machte deutlich, wie prägend diese Zeit für den gesamten Jahrgang gewesen ist.

 

Den märchenhaften Rahmen der Feier spannte Abteilungsleiter Benjamin Schlögel. In seiner Rede beschrieb er die Schulzeit als Reise durch einen verwunschenen Wald, auf der die Studierenden einst aus den verschiedensten Richtungen in das „Königreich“ gekommen seien – mit Träumen, Hoffnungen und vielen Fragen. Schnell sei deutlich geworden, dass dieser Jahrgang seinen eigenen Weg gehen wollte, Antworten hinterfragte und sich nicht mit einfachen Erklärungen zufriedengab. Auf ihrem Weg durch Prüfungen, Formeln, Texte und manche bürokratische Hürde hätten die jungen Erwachsenen nicht nur Wissen erworben, sondern vor allem etwas geschaffen, das weit über das Abitur hinausreicht: Zusammenhalt.

 

Dieser Zusammenhalt wurde während der Feier immer wieder hörbar. Musikalische Beiträge begleiteten die Veranstaltung wie ein weiterer Erzähler, griffen Stimmungen auf und verbanden die einzelnen Stationen der Feier miteinander. Musik war für diesen Jahrgang weit mehr als ein Programmpunkt. Sie war Ausdruck von Gemeinschaft, Kreativität und Verbundenheit – Werte, die die vergangenen Jahre maßgeblich geprägt haben. Dass Musik ein wichtiger Teil des gemeinsamen Weges geworden ist, zeigte sich auch darin, dass Benjamin Schlögel seine Studierende abschließend noch ein letztes Mal selbst am Klavier begleitete. Die musikalischen Beiträge verliehen der Feier nicht nur einen festlichen Rahmen, sondern machten auch spürbar, was in den Reden immer wieder anklingt: Die schönsten Erinnerungen entstehen dort, wo Menschen gemeinsam Zeit verbringen, sich gegenseitig unterstützen und miteinander wachsen.

 

Als die Absolventinnen und Absolventen schließlich ihre Zeugnisse entgegennahmen, stand deshalb nicht nur das Erreichen des Abiturs im Mittelpunkt. Gefeiert wurde ebenso der Weg dorthin – mit all seinen Herausforderungen, Begegnungen und Erfolgen.

 

Am Ende bleibt das Bild eines Märchens, dessen Heldinnen und Helden den Schatz auf dem Gipfel hinter dem Wald erreicht haben. Doch anders als in den bekannten Geschichten endet ihre Reise nicht mit dem bekannten Satz. Hinter dem Berg warten bereits neue Wege, neue Abenteuer und neue Geschichten. Die vergangenen Jahre werden dabei in Erinnerung bleiben – nicht nur wegen des erreichten Abschlusses, sondern vor allem wegen der Menschen, die diesen Weg gemeinsam gegangen sind.

 

Der Hessische Sonderlehrgang richtet sich an Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler sowie Migrantinnen und Migranten mit dauerhaftem Aufenthaltsstatus, die in ihren Herkunftsländern bereits eine Hochschulzugangsberechtigung erworben haben, die in Deutschland jedoch nicht automatisch zum Studium berechtigt.

 

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